Auftaktwanderung für ein interessantes Jahresprogramm


Beim Schwarzwaldverein Malsch ist es seit Jahren Usus, das Jahreswanderprogramm mit einer Wanderung auf Malscher Gemarkung beginnen zu lassen. Die meist interessanten heimathistorischen oder naturkundlichen Wanderungen stoßen mittlerweile auf ein breites Interesse. Da Gäste bei den Touren immer herzlich willkommen sind, sind die Touren meist gut besucht, zumal der gesellschaftliche Aspekt bei den Veranstaltungen einen hohen Stellenwert einnimmt.

ein heimlicher Beobachter  Der Wanderführer erzählt vom Urfluss

Die diesjährige Auftaktwanderung führte um den Federbachbruch, ein auf Muggensturmer und Malscher (ehemals Waldprechtsweierer) Gemarkung liegendes und von der Bevölkerung leider zu wenig beachtetes naturkundliches Juwel.

Das Naturschutzgebiet Federbachbruch liegt in der von den Eiszeiten geprägten Kinzig-Murg-Rinne. Am östlichen Rand des Oberrheingrabens verlief bis etwa 2500 v. Chr. parallel ein Urfluss zum Rhein, der sogenannte Kinzig-Murg-Strom. Geologisch nachweisbar ist er zumindest zwischen dem heutigen Offenburg und Hockenheim. Etwas südlich von Malsch durchbrach der Strom das höher gelegene Kiesbett und suchte sich einen direkten Weg in den Rhein. Die zurückgelassenen Rinnteile wurden mit Lös und Moor angefüllt. Durch die wasserstauende Wirkung des Bodens und den hohen Grundwasserstand wurde dann der heutige Niedermoorcharakter der Landschaft geprägt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden Teile des Bruchs trockengelegt bzw. Torf gestochen, der für vielerlei Zwecke Verwendung fand. Größtenteils wurde es als Bau- und Brennstoff verwendet.

Wandergruppe  Blick in das Bruch

Einen interessanten Einblick in das Bruch findet sich genau am nördlichen Ortsrand von Muggensturm. Hier ist auch noch die Kante des Urstroms sichtbar. Heute findet sich dort noch ein ausgedehnter Bestand an bedrohten Pflanzen wie das Schilf-Röhricht, das Rohrglanzgras oder der Rohrkolben. An Tieren leben hier z.B. seltene Vögel wie der Pirol, der Teichrohrsänger und der Eisvogel. Hinzu kommen eine Reihe von Libellenarten und Unken.

Gänse im Storchennest

Nach der Umrundung des Bruches ging es zurück ins Wanderheim und man konnte bei Glühwein und Hefezopf die Eindrücke in angenehmer Runde besprechen.

Unsere Wanderungen werden in der lokalen Presse bekannt gegeben. Nichtmitglieder sind hierbei immer willkommen.

henh

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