Wanderung zum Hambacher Schloss

Dass die Vorderpfalz viel zu bieten hat, ist eigentlich bekannt. Trotzdem ist es erstaunlich, wie wenig man über diesen Landstrich - außer den Weinfesten - kennt. Eingebettet in eine liebliche Landschaft, gutes regionales Essen und Wein, was begehrt man mehr. Wenn dann noch eine interessante Wanderroute hinzukommt, geht es schon in Richtung perfektes Wandererlebnis. Genau dies bietet die Route zum Hambacher Schloss oder anders gesagt „Auf den Spuren der Freiheitsbewegung des frühen 19. Jahrhunderts“.



Blick auf das Hambacher Schloss

Da die Wandergruppe des Schwarzwaldverein Malsch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreiste, war der Startpunkt der rund 15 Kilometer langen und mit rund 500 Höhenmeter mittelschweren Tour der Bahnhof in Kirrweiler. Sanft ansteigend und immer das Hambacher Schloss vor Augen führte die Tour durch das Rebenmeer der Vorderpfalz. Die Ursprünge des auf einem 350 Meter hohen Felsen liegenden Schlosses beginnen im 11. Jahrhundert. Von den Staufern ausgebaut ging die Burg nach mehrfachen Plünderungen im Jahr 1797 in französischen Staatsbesitz über, um endlich 1816 mit der Pfalz an das Königreich Bayern zu gelangen. 1842 machten die königstreuen Eigentümer die Burgruine dem bayerischen Kronprinzen und späteren König Maximilian II. zum Hochzeitsgeschenk. Seither wird das Schloss im Volksmund auch „Maxburg“ genannt. 1844 begann Bayern mit dem neugotischen Ausbau. Aber nicht die Baugeschichte ist das Bemerkenswerte an der Burg. Dies ist vor allem das Hambacher Fest, das dort vom 27. Mai bis zum 1. Juni 1832 auf dem Schloss und in der Nähe von Neustadt an der Hardt stattfand. Es gilt als der Höhepunkt der bürgerlichen Opposition. Die Forderungen nach Freiheit, Einheit und Volkssouveränität haben hier ihre Wurzeln.



Die Wandergruppe

Vorbei am Schloss erreichten die Wanderer bald den höchsten Punkt der Wanderung, nämlich das Hohe Loog Haus. Unter Kennern gilt diese Wanderhütte als eine der schönsten der Vorderpfalz. Wie gut konnte man sich nach dem für manchen doch beschwerlichen Aufstieg an den pfälzischen Spezialitäten laben. Nach einer ausführlichen Rast begann der Abstieg nach Neustadt vorbei an dem bemerkenswerten Mausoleum, das sich Conrad Freytag als seine Begräbnisstätte in seiner Geburtsstadt erstellen ließ. Der Bauunternehmer benutzte dazu nur Stahlbeton und brachte dennoch auch heute noch beachtenswerte Schmuckelemente an dem Bau an.

Wenig später erreichten die Wanderer des Schwarzwaldverein Malsch den Bahnhof und konnten auf der Rückfahrt diese Wanderung noch einmal Revue passieren lassen.

Zu unseren Wanderungen sind Gäste immer willkommen.

 

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