Wanderung auf den Weinbiet

 

Es ist schon ein seltsamer Name, den dieses Bergmassiv bei Neustadt an der Weinstraße trägt. Den Weinbiet selbst kennen manche aus den Wettervorhersagen, da durch die dort stationierte Station des Deutschen Wetterdienstes regelmäßig die Niederschlagsmengen auf dem Weinbiet genannt werden.

Blick vom Weinbiet ins Tal          Blick von der Wolfsburg auf Neustadt

Woher aber kommt dieser verwunderliche Name. Wein und Pfalz passt natürlich zusammen. Hat aber dieses über 550 Meter hohe Bergmassiv tatsächlich etwas mit diesem begehrten Trank zu tun. Bekannt ist, dass bereits im 17. Jahrhundert ein Grenzstein in diesem Gebiet als Weinbiet-Loog genannt ist. Der Ausdruck „Loog“ bedeutet eigentlich nur Grenze und markante Felsen wurden im Mittelalter häufig als Grenzsteine festgelegt. In diese Felsen wurden dann Hoheitszeichen oder sonstige Zeichen für die Grenzverläufe eingemeißelt. So auch in diesem Fall. Hier trafen sich die Waldgrenzen der Gemarkungen Gimmeldingen, Deidesheim und dem Haardter (später Neustadter) Wald. Für die Gemarkung Gimmeldingen wurde ein schlichtes G eingemeißelt und dieses G soll der Form eines Troges, in dem der Most nach dem Keltern aufgefangen wurde, ziemlich ähnlich gesehen haben. Der pfälzische Ausdruck für so einen Trog lautet schlicht „Biet“. Natürlich gibt es auch noch andere romantischere Erklärungen; aber die vorgenannte dürfte der Wahrheit ziemlich nahe kommen.

Unsere Wandergruppe machte sich über derartige Gedankenspiele keine weiteren Gedanken, galt es doch auf einer Länge von ca. 6 Kilometern rund 400 Höhenmeter zu bewältigen, die aber aufgrund der wenig steilen Wegstücke keine besondere Anstrengung bedeuteten. Eher ein Hindernis in der Zeitplanung waren die unzähligen am Wegrand stehenden Kastanienbäume und da die Wanderung ausgerechnet zur „Keschte-Zeit“ durchgeführt wurde, war es für den Wanderführer nicht immer einfach, die Sammler in Anbetracht des doch zu bewältigenden Höhenunterschieds „anzutreiben“.

Unsere Wandergruppe

Durch die reizvolle Altstadt von Neustadt an der Haardt, wie dieses Städtchen bis 1950 hieß, vorbei an der mit ihren zwei Türmen mit unterschiedlichen Hauben aus dem 14. Jahrhundert stammenden Stiftskirche war die „Dr.-Welsch-Terrasse“, bei der der eigentliche Aufstieg auf den Gipfel beginnt, schnell erreicht. Nun ging es, wie bereits erwähnt, durch herrlichen mit Kastanienbäumen durchzogenen Mischwald ständig bergan. Als wir beim Weinbiethaus aus dem Wald traten, hatte sich der Nebel verzogen und vom Turm aus konnte man einen herrlichen Rundblick über das Rhein-, Speyrerbach- und Meisental genießen. Nach einer zünftigen Einkehr in der urigen Hütte begann der Abstieg. Vorbei an herrlichen Felsformationen, von denen die Querung der „Hohfels-Formation“ einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen hat, erreichten wir über den „Steinernen Hirsch“, eine in einen Felsen eingemeißelte Hirschskulptur, eine weitere historisch interessante Stätte, die Wolfsburg. Die 1255 zusammen mit der Stadt Nova Civitas (Neustadt) als Castrum Volfperg genannte Burg hatte ursprünglich den Zweck, die Handelswege und die Stadt zu schützen. Das eigentlich Interessante an der Burgruine ist ihre Form. Auf einem schmalen Bergsporn errichtet besitzt sie bei einer Länge von 140 Metern nur eine Breite von ca. 30 Metern. Nach der Besichtigung der Anlage erreichten wir am Wolfsbrunnen vorbei bald wieder den Bahnhof in Neustadt und konnten auf der Heimreise die Wanderung noch einmal Revue passieren lassen.

Der Steinerne Hirsch          Eine Ansicht der Wolfsburg

Das Wanderprogramm des Schwarzwaldvereins Malsch wird durch die örtliche Presse bekannt gegeben bzw. kann unter der Homepage  http://www.schwarzwaldverein-malsch.de/jahresprogramm.html  eingesehen werden. Über teilnehmende Gäste freuen wir uns bei unseren Wanderungen jederzeit.

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