Wandertage in und um das "Elsässische Versailles", vom 5.-8.09.17

Vom 05. bis 08. September hat der Schwarzwaldverein Malsch den Teilnehmern der Wandertage mal wieder etwas ganz besonderes geboten. Die alljährlichen Wandertage fanden diesmal rund um Saverne statt, das man auch als das Elsässische Versailles bezeichnet.

Wandergruppe

Wandergruppe

Erwartungsvoll und mehr oder weniger aufgeregt fanden wir uns am Dienstagmorgen am Startplatz ein. Der Wanderführer Karl Hertweck und seine Frau Christa waren vor allem erst mal erleichtert, dass alle Teilnehmer pünktlich an den Start kamen. Mit 23 Wanderfreunden ging's dann in Richtung französische Grenze. Unser erstes Ziel war Neuwiller lès Saverne. Die um 720 gegründete ehemalige Abteikirche St. Peter und Paul mit ihrer reichhaltigen Ausstattung, alten Gemälden und dem Adelphischrein mit den Reliquien des Heiligen Adelphus war sehr beeindruckend, ebenso wie die protestantische Kirche St. Adelphus, im Übergangsstil von Romanik zu Gotik erbaut. Wir fuhren weiter zur Burg Haut-Barr, die 470 m hoch im 16. Jh. auf 3 immensen Felsen erbaut wurde. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf die Nordvogesen und die elsässische Ebene, weshalb die Burg Haut-Barr auch das Auge des Elsass genannt wird. Um das komplette Panorama genießen zu können, brauchte es schon etwas Mut zum Ersteigen der höchsten Treppe und überqueren einer Holzbrücke.

Rohan-Schloss

Rohan-Schloss

Anschließend war die Stadt Saverne unser Ziel. Imponierend ist hier das Rohan-Schloss mit einer 140 m langen monumentalen Fassade.  Die Altstadt von Saverne besitzt zahlreiche Fachwerkbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, z.B. das Haus des Landschreibers Katz und auch sehr schöne Cafés in denen wir die leckeren Petit Fours genießen konnten, bevor wir die Fahrt zu unserem Hotel in Graufthal antraten.

Am ersten Wandertag ging's dann aber richtig los. Mit 18 km und 400 Höhenmetern konnten wir uns wandermäßig austoben. Unser Wanderführer hatte für uns sehr schöne Wege durch urtümliches Waldgebiet mit immer wieder auftauchenden bizarren Felsformationen aus Sandstein ausgesucht. Bei einer Mittagspause konnten wir außerdem noch den Ort La Petite-Pierre kennenlernen.

Am zweiten Wandertag hatten wir es etwas einfacher mit 10 km Wegstrecke und 200 Höhenmetern, dafür mit einem schweißtreibenden Anstieg der nicht enden wollte. Belohnt wurden wir dafür im Wanderheim der elsässer Wanderfreunde, die uns mit Baguette und Croissants verköstigten. Am Nachmittag besichtigten wir dann die Felsenhäuser in Graufthal, die ab dem 18. Jahrhundert bis 1958 als Wohnungen genutzt wurde. Zurück ging's dann wieder in unser Hotel Au Vieux Moulin, in dem wir uns dank der besonders angenehmen Atmosphäre schon fast wie zu Hause fühlten. Speziell die exquisite Küche hatte es uns angetan. Jeden Abend durften wir uns von einer kreativen Gourmetspeise nach der anderen überraschen lassen. Das wird mir fehlen.

Neuwiller St. 
Adelphus

Neuwiller St. Adelphus

Der Tag der Abreise führte uns zunächst über den Ort Bitche mit seiner bekannten Zitadelle. Die dort im Rahmen einer audiovisuellen Führung gezeigten Filme führen sehr plastisch und beeindruckend die Schrecken des Krieges vor Augen. Sicher kann keiner diesen Ort ohne Schaudern verlassen. Der anschließende Besuch des Garten des Friedens, der als Verbindung zwischen Stadt und Festung angelegt ist, war dann ein sehr schöner und wohltuender Ausgleich.

In Heimatnähe ließen wir die Wandertage mit dem typischen Elsässer Flammkuchen ausklingen. Es war eine wunderschöne und anregende Zeit, voller bewegender Eindrücke und interessanter Begegnungen.

 

CB

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