Wanderung zur sagenumwobenen Teufelsmühle

Der Schwarzwaldverein Malsch veranstaltet seit Jahren ein bunt zusammengestelltes Programm, das sich an eine breit gefächerte Öffentlichkeit wendet. Neben gesellschaftlichen Zusammenkünften gibt es ein Wanderprogramm, das (fast) jeden Mittwoch stattfindet. Zu diesen rund 9 – 14 km langen Wanderungen, deren Startpunkt in der Regel im 25 km Umkreis von Malsch liegen, sind wie übrigens zu allen Veranstaltungen Nichtmitglieder immer herzlich eingeladen. Als Highlight findet im Spätjahr ein mehrtägiges Wander- und Kulturprogramm statt. Dieses Jahr führt die Fahrt unter dem Motto „auf den Spuren der Spessarträuber“ in den bayrischen Spessart. Neben diesen Veranstaltungen finden ca. zweimal im Monat sogenannte Sonntagswanderungen statt, welche die Wanderführer breit fächern. Das Angebot reicht von „größeren Spaziergängen“, über heimatkundliche Exkursionen bis hin zu sportlichen Wanderungen. Die Touren werden alle in der örtlichen Presse bekannt gegeben und sind auch im Jahresprogramm auf unserer Homepage zu finden.

Plotzsägemühle

Im Rahmen dieses Programms führte uns unsere letzte Tour auf eine Rundwanderung, auf der die wasserreiche Landschaft im hinteren Gaistal erkundet wurde. Start- und gleichzeitig Zielpunkt der landschaftlich wie geschichtlich sehr interessanten Tour war das Gasthaus Talwiesenschänke. Der Wanderweg führte uns über die Spechtsschmiede hin zur Plotzsägemühle. Ins Reich der Fabel gehört sicher der Hinweis, dass hier bereits Noah seine Arche erbaut hat. Allerdings handelt es sich bei dieser Wasser angetrieben Säge um eine Klopf- oder Plotzsäge, die im Schwarzwald erstmalig 1314 urkundlich erwähnt wurde. Diese Gattersäge wird durch Wasserkraft hochgehoben und durch die Schwerkraft nach unten befördert. Sie „plotzt“ demnach in die Tiefe.

Wildkatzenpfad Aussichtsturm bei der Teufelsmühle

Einen Teil führte die weitere Wegstrecke auf dem neu angelegten Wildkatzenpfad. Da der pittoreske Wanderweg zum „großen Loch“ durch vorangegangene Unwetter unpassierbar war, mussten wir auf dem Fahrweg aufsteigen und da das Naturdenkmal „großes Loch“ auch wegen seiner geschichtlichen Bedeutung besichtigt werden sollte, stiegen wir zu dem ehemaligen Schmuggler- und Gaunertreffpunkt ca. 30 Höhenmeter wieder ab. Um das unterhalb der Teufelsmühle liegende Naturdenkmal ranken sich etliche Sagen. Sicher ist jedenfalls, dass sich bei dem an der ehemaligen badisch-württembergischen Landesgrenze im unwegsamen Gelände liegenden Naturdenkmal der Treffpunkt zahlreicher zwielichtiger Gestalten befand. Je nach Lage konnte man sich nach Baden oder Württemberg in Sicherheit bringen. Historisch belegt ist jedenfalls ein Doppelmord, der sich auf den Höhen der Teufelsmühle Mitte des 19. Jahrhunderts ereignete, als zwei Bauern auf dem Weg zu einem Markt in Württemberg waren. Ihres Lebens und der prall gefüllten Geldbeutel beraubt, wurde das Verbrechen nie aufgeklärt.

Wandergruppe

Bald war darauf der Aussichtsturm bei der Teufelsmühle erklommen. Grandios ist der Rundblick über das vordere Murgtal bis hin zur Hornisgrinde und den Vogesen. Die Bezeichnung Teufelsmühle leitet sich übrigens vom Aberglauben der Bevölkerung ab. Der Bergrücken ist mit zahlreichen Steinblöcken übersät. Da Geröllfelder nur an Berghängen vorkommen, diese aber hier fehlten, konnte man sich die Existenz der Steine nicht vorstellen. Dass dies auf eine einfache Verwitterung des Gesteins, das durch Erosion freigelegt worden war, zurückzuführen ist, dazu fehlte den Menschen im Mittelalter das Fachwissen. Die Steine stammten daher von einer durch den Teufel erbauten Mühle, die von einer höheren Kraft zerstört worden war. Über den Bergrücken und die zahlreichen Steine weiterwandernd erreichten wir über die Steinerne Sitzbank wieder unseren Ausgangsort, wo wir bei einer schönen Einkehr die Wanderung Revue passieren ließen.

Unsere Veranstaltungen richten sich nicht nur an Vereinsmitglieder, Gäste sind jederzeit herzlich willkommen

henh

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