Wandertage auf der Zollernalb

 
Am 21. Juli um 10.oo Uhr trafen sich in Malsch am Bürgerhaus 23 Wanderfreunde des Schwarzwaldvereins zur gemeinsamen Abfahrt in Richtung Schwäbische Alb. Während 3er Wandertage wollten wir die Zollernalb bei Balingen näher kennenlernen.

Die Fahrtroute führt uns über den Schwarzwald nach Freudenstadt weiter nach Horb ins Neckartal dann nach Hechingen und Balingen. Den ersten Blick auf die Berge der Schwäbischen Alb erhielten wir auf den Schwarzwaldhöhen bei Schopfloch. Die Hohenzollernburg zeigt sich erstmals bei Weilburg vor den Bergen der Schwäbische Alb.

Bei Hechingen statteten wir dem Freilichtmuseum Hechingen-Stein einen Besuch ab. Eben in diesem Freilichtmuseum wurden 1971 Ruinen aus römischer Zeit entdeckt. Darauf folgende Ausgrabungen zeigten, dass hier vom 1. bis 3. Jahrhundert ein römisches Landgut von außerordentlicher Größe und Bedeutung bestanden haben muss. Die weitläufige und z.T. rekonstruierte Anlage zählt zu den eindruckvollsten Zeugnissen römischen Lebens in Süddeutschland.

Burg Hohenzollern

Die Weiterfahrt führte uns dann nach Balingen/Dürrwangen, wo wir im Haus der Volkskunst des Schwäbischen Albvereins unser Zimmer für die nächsten 3 Tage übernahmen. Leider mussten wir feststellen, dass der liebe Petrus kein Fan der Wanderer ist und der Spruch: “es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung“ für uns nicht zutraf. So mussten wir an diesem Tag ein Notprogramm bewältigen, das uns zunächst  zur Wallfahrtskapelle Palmbühl bei Schömberg führte. Ausgerüstet mit Schirm, Charme und Dätschkapp machten wir uns dann auf den Weg zum Stausee Schömberg, den wir umrunden wollten. Doch nach ca. 400 Meter war unser Weg zu Ende. Fast 3 Meter hoch überflutete Uferwege ließen uns wieder umkehren und die gegenüberliegende höher gelegene Uferstraße benutzen. 

Wanderführer Karl Hertweck erläutert den Wanderweg
Der Wanderführer erläutert den beabsichtigten Wanderweg

Nächste Station an diesem Tag war die Ausstellung der Firma Holcim (von ihr wurde in Malsch das Sand- und Kieswerk Glaser übernommen), die bei Balingen ein Zementwerk betreibt. Die großartige  Ausstellung  gibt Einblicke in vergangene Erdzeitalter auf Grund von Versteinerungen in Schieferschichten und lässt erkennen, was sich schon alles auf unserer Erde und im Wasser bewegt hat. Der nächste Tag ließ sich wettermäßig freundlicher an. Jedoch verschoben wir die geplante Wanderung auf mittags, da die Balinger Berge dicht von Dunst und Wolken verhangen waren. Wir kamen überein, das Städtchen Balingen zu besichtigen, was durchaus ein lohnenswertes Ziel war. Der Mittag war nun der lang ersehnten Wanderung vorbehalten. Bei strahlendem Sonnenschein und hervorragender Sicht ging es nun Richtung Albhochfläche. Hier konnten  wir erleben, wie der Albtrauf mit seinen schroffen Felsen die Zollernalb in das liebliche Albvorland und in die raue Albhochfläche teilt. Besondere Wanderwege mit Höhenunterschieden von bis zu 400m, die Traufgänge, machen die Alb erleb- und erwanderbar und bieten Tief– und Fernsichten bis zu den Alpen und dem Schwarzwald.

Wandergruppe des Schwarzwaldverein Malsch e.V.
Die Wandergruppe

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück machten wir uns auf den Heimweg, unterbrachen die Heimfahrt aber für einen Besuch des Zisterzienserkloster und Schlosses  Bebenhausen bei Tübingen. Bei einer Führung ließen wir uns die Geschichte von Kloster und Schloss erklären und machten uns danach auf den restlichen Heimweg, jedoch nicht ohne einen zünftigen Abschluss dieser z.T. verregneten und doch schönen, erfahrungsreichen Wandertage.

Karl Hertweck

© SCHWARZWALDVEREIN MALSCH e.V.