Mit dem Schwarzwaldverein im oberen Donautal
vom 16. bis 23.09.2007

 
Wieder einmal haben wir eine herrliche Wanderwoche erlebt. Diesmal ging es ins obere Donautal im Kreis Sigmaringen. Bereits am ersten Tag erwartete uns ein unvergesslicher Anblick: Nach einer größeren Steigung befanden wir uns in dichtem Nebel. Doch wie aus dem Nichts tauchte mitten aus der weißen Masse das Schloss „Werenwag“ auf, wie schwebend in der Unendlichkeit, ein märchenhafter Anblick.

Nach wenigen Minuten teilte sich dann die Nebelwand, und man sah von der Aussichtskanzel ringsum wuchtige Felsmassen, tief unten zwischen saftig-grünen Wiesen die junge Donau. Einfach wunderbar. Dass es auf der rauen Alb so viel Burgen und Ruinen gibt, haben wohl die wenigsten gewusst.

Blick ins Donautal 

Diese Gegend zählt wohl zu den schönsten der Schwäbischen Alb. Zwischen dichtem Wald steile Felswände, in Stein gehauene Treppen und Stege, mitunter tiefe Höhlen, und immer wieder im Tal die schmale Donau. Wir wanderten auf vom Albverein angelegten Wegen, die auf keiner Karte verzeichnet sind. Wir hatten das Glück, dass jeden Morgen ein ortskundiger Wanderführer die Touren leitete (abwechselnd Günter (Journalist) und Rolf (ehemaliger Förster).

Der Wanderführer erklärt Gegend, Land und Leute

Von beiden konnten wir viel über diese Gegend, Land, Leute und Geschichte erfahren. So z.B. dass der riesige Truppenübungsplatz schon zur Kaiserzeit bestand. Inder wurden hier auch ausgebildet. Die erste bemannte Rakete mit 6 kleinen Raketen wurde 1932 hier abgefeuert, allerdings stürzte sie nach wenigen Kilometern ab. Auf dem nahegelegenem Friedhof sind neben Soldatengräbern aus den beiden Weltkriegen weitere Soldatengräber von Napoleons Truppen zu finden. Namhafte Persönlichkeiten aus Militär, Politik und Wissenschaft (Wernher von Braun) waren schon hier. Die Gemeinde lebt seit etlicher Zeit mit dem Militär gut zusammen. Wir konnten einige Soldaten beim Abseilen von den mächtig hohen „Schaufelsen“ beobachten. Rolf erzählte uns u.a., dass Luchs, Biber und verschiedene andere Wildtiere hier heimisch geworden sind. Wie auf Kommando lief uns dann eine Gemse über den Weg.

Geier aus Stroh

Interessant war der „Strohgarten“ in Schwenningen. Dort wurden der Berliner Eisbär „Knut“, Märchenmotive, ein riesiges Piratenschiff - die Seeräuber in Menschengröße und vieles mehr alles aus Stroh aufgebaut. Der einzige Regentag der Woche kam uns sehr gelegen, denn da besuchten wir die Staufenberg-Kaserne. Anlässlich des 100. Geburtstages von Graf Schenk von Staufenberg besuchte wir eine Ausstellung. Sein Leben in Wort und Bild dargestellt, seine Orden und Ehrenzeichen, die Wolfsschanze usw., das alles war hier zu sehen.

Als nächstes stand das „Bierkrug-Museum“ in Bad Schussenried auf dem Programm. Dort sahen wir zahlreiche und einzigartige Bierkrüge in vielerlei Formen und Farben aus verschiedenen Zeiten, sowie die Brauereigeschichte. Dieser Besuch hat sich gelohnt. Der Abschluss dieses Tages war die Besichtigung der Wieskirche in Steinhausen. Es hieß, sie sei die schönste Dorfkirche in Deutschland, und wir waren alle beeindruckt von der Pracht und Bauweise.

Ansonsten wurde natürlich jeden Tag durch diese herrliche Gegend gewandert. Mittags kam Charly mit den Nichtwanderern und stellte Tische und Bänke an malerischen Stellen auf, die vorher mit dem Wanderführer abgesprochen waren.

Da wurden schmackhafte und reichliche Mahlzeiten serviert, Essen und Trinken, soviel man wollte, und es schmeckte in der freien Natur besonders gut.

Mittagstisch im Freien

Im übrigen war unser Hotel „Rössle“ in Frohnstetten a.k.M. einsame Spitze. Allein schon morgens beim Frühstück fand jeder eine „Tagespost“ neben dem Teller. Darauf war die heutige Wanderung zu lesen, ebenso der Wetterbericht, die Speisekarte für das Abendessen zum Auswählen zwischen drei Gerichten, sowie ein Morgenspruch. Was immer Heiterkeit hervorrief, waren die Bilder unserer Wandergruppe vom Vortag.

Gruppenfoto der Wanderwochenteilnehmer

Alles in allem war es eine erlebnisreiche Woche, die Stimmung sehr gut, das Essen hervorragend und das Wetter prima.  Peter hat mal wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl und Organisation der Wanderwoche gehabt. Dafür danken wir alle ganz herzlich.

ED

© SCHWARZWALDVEREIN MALSCH e.V.