Wanderwoche ins obere Lechtal vom 9. - 17.06.04

Wandergruppe vor dem Gasthof Post

Dank der oft bewährten Organisation unseres Gerhard Stiller konnten wir wieder mal eine herrliche Wanderwoche erleben.  Diesmal ging es in die Tiroler Alpen.  Unser gut geführtes Hotel lag schon 1000 m ü.M., und von da konnten wir jeden Tag fröhlich losziehen, immer so zwischen 400 - 500 m höher.  Allein schon in dieser klaren Bergluft durch die mit Blumen übersäten Wiesen zu wandern  war ein Genuss, wahre Blütenteppiche in reicher Arten- und Farbenvielfalt z.B. die leuchtendgelben Trollblumen, tiefblauer Enzian, Knabenkraut und vieles mehr.  Erich und Hans konnten uns anhand ihrer Beschreibungen manches darüber erzählen.

Enzian

Der erste Tag bescherte uns zwar Regen, doch das macht einem Wanderer nichts aus. Allerdings freuten wir uns umso mehr, dass alle folgenden Tage oft strahlend blauer Himmel  war, nur hin und wieder schickte Petrus eine kurze Schauer  Diese grandiose Alpenwelt nahm uns gefangen, schroffe Felswände, auf den Kuppen oft noch mit Schnee bedeckt, und dieses satte Grün der Almwiesen. Auf schmalen Pfaden ging es vorbei an reißenden zu Tal stürzenden Wasserfällen, über Brückchen mit Blicken in unendlich-tiefe Schluchten. Was ist ein Mensch so klein in dieser urgewaltigen Natur. Sogar durch dunkle lange Felsentunnel  führte einmal unser Weg. Dazwischen gab´s dann herrliche Ausblicke ins Tal.  Später konnte man vom Tal aus die Durchgänge als kleine Löcher in den wuchtigen Felswänden noch erkennen.

Wandergruppe auf einer Brücke vor einem der vielen Wasserfälle Wanderer auf dem Weg entlang zerklüfteter Felsen

Gemütlich waren dann immer die Einkehrpausen auf den Almhütten.  Jede war wieder anders:  Bei der Gams-Vroni fühlte man sich in die Welt der Johanna Spyri (Heidi-Alm Öhi) versetzt, grob-zugehauene Holzwände und -Decken, neben dem eisernen Ofen der Bettkasten mit rot-weiß-gewürfeltem Bettzeug usw. Auf einer anderen Alm holte der Wirt seine Ziehharmonika hervor, da wurde sogar ein Tänzchen gewagt, oder man konnte beim nächsten einen Blick in die Käserei werfen, wo auf Holzgestellen und in Lake schwimmende riesige Käselaibe lagerten, natürlich gab es auch überall zum Vesper köstlichfrische Milch und die daraus selbstgemachten Erzeugnisse wie Butter und Käse.

Einkehr auf der Alm Blick in eine Käserei

Wie gesagt, alle Hütten waren verschieden, aber die letzte - die Griesbach-Alm - war der Höhepunkt.  Sie zu erreichen, erforderte schon etliche Mühe,  man musste auf den felsigen Pfaden höllisch aufpassen, aber das Bergpanorama war phänomenal  Und diese Alm lag mittendrin. Am Eingangsgatter konnte man mit einer Glocke läuten, dann kam der Wirt mit einem Empfangsschnaps.  Die Hütte war auch sehr rustikal und der Wirt ein echter lustiger Tiroler, der mit seinen Späßen die Gäste erheiterte.  Zum Schluss wurden 3 Paare herausgedeutet - wohlgemerkt, keiner kannte den andern -, die Damen wurden in Lederhosen mit zünftigen Hosenträgern gesteckt, Seppelhut auf  - und die Herren  mit Dirndlkleidern und Kopftüchern herausgeputzt, was wahre Lachsalven hervorrief.  Eine Gamsattrappe wurde unter Jubel aufgestellt, und auf den Melkschemeln nahm jeweils ein Pärchen Platz zum „Wettmelken“.  Von unseren Leuten waren auch zwei dabei, die wir natürlich mächtig anfeuerten.  Sie können ihre Orden vorweisen, die sie danach bekamen.

Wettmelken

Ganz besonders schön war, dass auch unsere Wanderfreunde, die nicht mehr gut zu Fuß sind, die meisten Einkehren miterleben konnten. Gert hatte mit unserem Wirt verhandelt und der brachte  sie mit seinem Fahrzeug an die jeweiligen Stellen. Bei diesen oft recht schmalen Gratwegen kann und darf nämlich kein anderes Fahrzeug fahren.

Wirklich sehenswert und interessant waren auch diese wunderschönen Malereien und Verzierungen an den alten Bauernhäusern in Holzgau.

Blick ins Tal

Fazit dieser Wanderwoche: Viele sagen, sie war der Höhepunkt der zahlreichen anderen, die Gerhard Stiller mit dem Schwarzwaldverein durchgeführt hat. Er selber gibt jetzt - leider !! seinen Marschallstab in jüngere Hände ab, und zwar an Peter Jung, der bereits im letzten Jahr seine erste Wanderwoche an den Bodensee organisierte.  Wir freuen uns, dass er sich bereit erklärt hat, Gerts ins Leben gerufene Wanderreisen fortzuführen und danken ihm dafür.  Und unser aller Dank gilt Gerhard Stiller, der jahrelang sein beispielhaftes Organisationstalent für uns eingesetzt hat. Wir wünschen ihm, dass er noch lange als „einfacher“ Wanderer an künftigen Wanderwochen teilnehmen kann.

© SCHWARZWALDVEREIN MALSCH e.V.