Naturkundlicher Erlebnistag

Wanderung auf dem Luchspfad

Man stelle sich, eine Wanderung in einem entlegenen Waldstück vor. Plötzlich sieht man einen Schatten und steht einem „blutrünstigen“ Jäger – einem Luchs - hilflos gegenüber. So oder ähnlich spielte sich ein Szenario in den Köpfen der Zeitungsleser ab, die die Schlagzeilen bemerkten, dass der Luchs in Deutschland auf dem Vormarsch sei. Ist diese Vorstellung wirklich real; oder könnte dies eher einer irrealen Spielszene eines Horrorvideos entstammen.

Luchsnachbildung
Der Luchs in seinem Lebensraum

Tatsache ist, dass der Luchs bei seinen Beutezügen aus dem Osten kommend schon Teile Deutschlands durchstrichen hat. Die Befürchtungen der Landwirte, dass ihre Tiere dem stillen Jäger zum Opfer fallen könnten, sind bis jetzt nicht eingetreten. Die Stadt Baden-Baden jedenfalls hat in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (Nabu) im Sommer 2009 einen Pfad eröffnet, der in 24 Stationen das Leben des Luchses von der Geburt, über sein Jagdverhalten bis zu seinem Lebensende dem interessierten Besucher nahe bringen möchte. Die daraus resultierenden Erkenntnisse liefert nicht nur das Ergebnis, dass sich niemanden vor einem Luchs fürchten muss, sondern es gibt auch interessante Einblicke in das Leben einer europäischen Großkatze. Dies war Grund genug für unseren Wanderführer Gerhard Jung, sich bei einer Wanderung dem interessanten Leben des Luchses zu widmen. Allerdings ist der sich auf schmalen Wegen bewegende Pfad mit einer Länge von nur 4 Kilometern kein Spaziergang. Eine gewisse Konditionsstärke sollte zur Überwindung der ca. 200 Höhenmeter schon mitgebracht werden. Aber für eine Gruppe des Schwarzwaldvereins waren diese Anforderungen eher im unteren Bereich angesiedelt.

Auf den Spuren des Luchses
Die Wanderer auf den Spuren des Luchses

An 24 Stationen kann man nicht nur die Beutetiere des Luchses erspähen, sondern man erfährt auch sehr viel über das Jagdverhalten dieses eleganten Jägers. Sehr scheu, leise auf Samtpfoten unterwegs wird es jedem Waldbesucher schwer werden, direkt mit ihm in Kontakt zu kommen, da er eher das Versteck oder die Flucht vor der Nähe des Menschen liebt.

Wie der Luchs laufen
Die Wanderer testen, wie ein Luchs läuft

Der Parcours jedenfalls zeigt an einigen Beispielen auf, wie sich ein Luchs bewegt, wie hoch er springen kann oder wie seine Kinderstube aussieht. Am meisten Interesse für unsere Gruppe fand die Station, an der man den leicht federnden Gang des Luchses nachempfinden konnte. Am Ende der Wanderung hatten jedenfalls alle – sofern sie am Anfang der Wanderung eine andere Einstellung hatten - ihre Vorbehalte gegen ein Luchsrevier in unserer Nähe ad acta gelegt.

Bei einer zünftigen Einkehr wurde am Ende der Wanderung über das Erlebte gepaart mit interessanten Ausblicken, ob der Luchs in Deutschland überhaupt eine Chance hat, diskutiert.

Hennhöfer

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