Wanderung rund um den Merkur

Bei unserer durch den Wanderführer Peter Jung geleiteten Wanderung am Sonntag, 19. April 2009 galt es die unendlichen Wälder rund um das Murg- und Oostal zu entdecken. Genauer gesagt, umrundeten wir den Hausberg Baden-Badens. Start und Ziel waren die Parkplätze bei der Wolfsschlucht in der Nähe Ebersteinburg.

Auf der Teufelskanzel
Auf der Teufelskanzel

Einige Heimatforscher behaupten, dass die Schlucht das Urbild der gleichnamigen Schlucht in Carl Maria von Webers Oper darstellt. Da es in Deutschland allerdings mehrere gleichnamige Schluchten gibt, und jede Gemeinde diese Behauptung in Anspruch nimmt, ist diese Aussage sehr umstritten.

Historischer Wegweiser
Historischer Wegweiser

Zunächst führte unser Weg auf die Teufelskanzel, von der man einen herrlichen Blick  nach Baden-Baden genießen konnten, das idyllisch vom Battert und dem Alten Schloss überragt wird. Weiter führte uns unsere Tour auf dem Scherenschleiferweg immer oberhalb des Oostals bis zur Passhöhe ins Murgtal. Vorbei an uralten Grenzsteinen in dichten Wäldern, die allerdings immer wieder einen herrlichen Blick auf Baden-Baden, das Oostal, den Scherrhof oder die Hornisgrinde zuließen, konnte man ganz intensiv die Natur genießen.

Eingewachsenes Verkehrsschild
Eingewachsenes Verkehrsschild

Der Merkur ist mit seiner Höhe von 668 Meter der Hausberg von Baden-Baden. Bis ins 17. Jahrhundert führte er seiner Form entsprechend lediglich den Namen Großer Staufen (umgedrehter Trinkbecher). Als man einen Votivstein fand, der dem altrömischen Gott Merkur geweiht war, änderte der Berg seinen Namen. Dieser Weihestein ist heute übrigens auf dem Gipfelplateau zu besichtigen. So weit führte unsere Tour jedoch nicht. Der Gipfel ist nur zu Fuß oder mit der 1913 erbauten Merkurbergbahn zur erklimmen. 1967 stillgelegt und 1979 wieder in Betrieb genommen überwindet die längste Standseilbahn Deutschlands eine Steigung von bis zu 54 %.

Verschnaufpause  Ausritt

Nach einer ausgiebigen Rast in einer Wanderhütte der Naturfreunde Baden-Baden galt es für den letzten Anstieg auf den Binsenwasen Kräfte zu sammeln. Diese almartige Fläche liegt auf einer Passhöhe von 517 Meter und bietet neben einer architektonisch interessanten Hütte einen herrlichen Ausblick auf Baden-Baden und das Murgtal.

Nach diesem letzten Anstieg führte unser Weg nur noch mit herrlichen Ausblicken durchsetzt bergab. Bald war der Ausgangspunkt erreicht und bei einem schönen Abschluss durften wir die Wanderung Revue passieren lassen.

Manfred Hennhöfer

© SCHWARZWALDVEREIN MALSCH e.V.