Rundwanderung auf dem Ottenhöfener Mühlenweg
am 08. Mai 2011

Nach Badens geographischer Mitte gefragt, antwortet der versierte Ortskundige, das müsste so die Gegend um Achern sein. Was lag näher als die landschaftlich wie geschichtlich reizvolle Gegend einmal zu erkunden. Zumal in Ottenhöfen ein einmaliger ca. 15 Kilometer langer hochinteressanter Rundwanderweg vor einigen Jahren kreiert wurde. Grund genug für den Wanderführer Wilhelm Kunz den  Ottenhöfener Mühlenweg mit seinen wunderschönen, restaurierten Mühlen sowie einer Hammerschmiede zu erwandern. Kann man doch bei dieser Wanderung historische Parallelen zu den Malscher Mühlen erkennen, die leider zum Teil heute nicht mehr existieren. Was den wenigsten bekannt ist, auch Malsch hatte eine Hammerschmiede, die im Ortsteil Waldprechtsweier lag. Die historischen Pläne der „Hammerschmiede Renz“ können im Gemeindearchiv Waldprechtsweier bestaunt werden.

Mühlendorf Ottenhöfen
Blick vom Wanderweg auf den schönen Mühlenort Ottenhöfen

Schaut man einmal in die Geschichte Ottenhöfens, kann man sehr schnell erkennen, dass auf wenigen Kilometern Distanz zahlreiche Mühlen entstanden sind. Der Ort in seiner heutigen Form entstand erst im 19. Jahrhundert aus zahlreichen Streusiedlungen im oberen Achertal. Der dörfliche Charakter ging infolge des großen Fremdenverkehrs verloren. Zahlreiche Neubausiedlungen entstanden; der Charakter der Streusiedlungen konnte jedoch anhand der Höfe erhalten bleiben. Die Erstnennung des Ortes geht aus einer Urkunde des Jahres 1419 hervor. Darin wurde der Ort als Zubehör zur Burg Bosenstein erwähnt. Diese Herrschaft hatte der Bischof von Straßburg inne.

Wie bereits gesagt, dienten die Mühlen zur Versorgung der Höfe und konnten somit den Modernisierungen des 20. Jahrhunderts „entgehen“. In Ottenhöfen jedenfalls wurden die Hofmühlen, die in erster Linie für die Versorgung der Höfe zuständig waren, allesamt restauriert und sind auch heute noch voll funktionsfähig. Einige dieser wirtschaftshistorisch interessanten Mühlen taten ihre Dienste noch vor wenigen Jahren.

Entlang des Mühlenweges stehen zahlreiche Mühlmodelle, anhand deren die Funktionsweise der zumeist oberschlächtigen Mühlräder sehr gut erklärt wird. Die zumeist an kleinen Bächen liegenden Mühlen mussten mit der Wasserkraft wirtschaften. Die Bäche wurden in der Nacht aufgestaut, damit tagsüber gemahlen werden konnte.

Mühlenmodell an Wegesrand
Die Mühlemodell bei der "Bühler Mühle" am Wegesrand

Der Mühlenweg wurde so angelegt, dass er an allen Mühlen des „Mühlendorfes“ vorbeiführt. Dabei streift man viele reizvolle Seitentäler der oberen Acher mit teilweisen hervorragenden Ausblicken auf die Hornisgrinde. Mit der Rainbauernmühle, Benz'schen Mühle, dem Schmälzle, der Schulze-Bure Mühle und der Bühler Mühle sollen hier nur die bekanntesten genannt werden. Apropos Benz'sche Mühle; diese liegt im Ortsteil Furschenbach und gehört zum denkmalgeschützten Bankenmühlenhof, der heute eine Vesperstube ist. Die Geschichte des Benzmühlenhofs geht zurück bis in das Jahr um 1550 und ist zusammen mit dem Günsberghof einer der ältesten Höfe in Furschenbach. Grund genug hier eine ausgiebige Rast bei regionaler Küche zu machen.

Kleine Pause
Kleine Wanderpause an einer „Rainbauernmühle“

Und noch eine Besonderheit besitzt der Mühlenweg: Überall stehen bei den Bauernhöfen Getränke bereit, die gegen einen geringen Obolus genossen werden können, Hauptsächlich handelt es sich hier allerdings um sogenannte „geistige“ Produkte, zumeist um einen überaus hervorragenden aus eigener Herstellung stammenden Schnaps. Sicher auch ein Grund um diese Wanderung nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzugehen. Wir jedenfalls konnten am Ende des Tages auf eine hervorragend geplante Wanderung zurückblicken.

Ein Schnäpschen auf dem Wege
Ein Schnäpschen auf dem Wege

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