Bezirkssternwanderung nach Waldbronn
am 17. Juli 2011

Bei jedem Verein steht neben der Kür leider auch die Pflicht(übung). Oder wie sollte eine Wanderung genannt werden, bei der die Rahmenbedingungen vorgegeben sind. So geschehen am vergangenen Wochenende als wir das mit einer Bezirkssternwanderung verbundene Sommerfest der Ortsgruppe Waldbronn besuchten. Was gibt es hier schon interessantes zu sehen, dachten sicher viele und das regnerische Wetter trug ebenso dazu bei, dass sich nur eine kleine Schar Wanderer auf den Weg machte.

Um es vorweg zu nehmen, es war eine Wanderung der Superlative, die unser Vorstand Josef Hable aus dem Hut gezaubert hat. Als exzellenter Kenner der näheren Umgebung kreierte er eine Wanderung im mittleren Albtal, die viele neue Erkenntnisse brachte; und sogar das Wetter spielte mit. Abgesehen von kleinen Schauern zeigte sich der Himmel versöhnlich. Und was machen ein paar Regentropfen schon dem heimatverbundenen erlebnisfrohen Wanderer aus.

Unterschlupf  Klangkörper
Stationen am Waldkulturpfad

Startpunkt war der im Rahmen einer Bürgerbeteiligung entstandene Spielberger Waldkulturpfad. Die Initiatoren entwickelten dieses Projekt in Anlehnung an die Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro unter ökologischen, sozialen und pädagogischen Gesichtspunkten. Entstanden ist ein Pfad, der die vorhandenen Naturräume zusammenhängend in ein Konzept vereinigt, das vor allem Kindern das Naturerlebnis „Wald“ verdeutlichen soll. Aber nicht nur die Kinder waren von dem Abschnitt „Klangkreise“ überrascht. Wo sonst kann man in einem ausgehöhlten Holzstamm, wie in einer Gitarre sitzend, musikalischen Klängen lauschen; ein Klangerlebnis der besonderen Art. Angetan war man auch von den zahlreichen Glocken, die abwechselnd gezogen nicht nur „himmlische Klänge“ vermittelten, sondern sogar noch in der Lage waren, dem Himmel ein paar Sonnenstrahlen abzulocken.

Weiter ging unsere Wanderung über den Grenzweg durch wunderschönen Tannenwald, um ein weiteres kulturgeschichtliches Juwel zu erkunden. Kurz vor Langensteinbach lichtet sich plötzlich der Wald und man steht vor einer alten Ruine, der ehemaligen Barbarakapelle. Diese im Jahr 1432 geweihte Kapelle ging als Wallfahrtskapelle auf das naheliegende Kloster in Herrenalb zurück. Fast eineinhalb Jahrhunderte lang war hier ein Wallfahrtszentrum. Märkte wurden abgehalten und sogar ein Friedhof wurde angelegt. Einige wenige Steinreste deuten heute noch auf diese Grablege hin. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts trat eine Wende in der Ablehnung der Wallfahrt durch den reformierten württembergischen Herzog ein. Allerdings dauerte es noch viele Jahre bis die Wallfahrt unterblieb. 1590 wird die Kapelle noch als „prächtiger Bau mit künstlerischen Gemälden geziert“ beschrieben. In einem Langensteinbacher Lagerbuch von 1605 werden dann allerdings schon die ersten Verfallserscheinungen beschrieben. Die Kapelle jedenfalls dürfte in ihrer Hochzeit auch eine Zufluchtsstätte bei kriegerischen Auseinandersetzungen gewesen sein; eine andere Deutung lassen die mächtig dimensionierten Mauern im ehemaligen Wehrturm nicht zu.

St. Barbara-Kapelle
St. Barbara-Kapelle

Nach diesen prächtigen Eindrücken wanderten wir weiter durch den Kurpark Waldbronn um unser Ziel im dortigen Kurhaus zu erreichen. Bei Volksmusik und Tanzdarbietungen der Trachtengruppe von Bad Herrenalb sowie der Kindertanzgruppe der Ortsgruppe Ittersbach verflogen die Stunden. Nachdem die Wimpelausgabe erfolgt war, wanderten wir – wie sollte es anders sein - bei fast regenfreiem Wetter nach Spielberg zurück.

Wimpelausgabe
Vorsitzender Josef Hable bei der Wimpelausgabe

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