Wandertage im Südschwarzwald

Was gibt es Schöneres, als mit Freunden und Gleichgesinnten einige schöne Tage zu verbringen. Und dies bedeutet für Wanderlustige stille aber auch abwechslungsreiche Wanderungen. Genau dies bietet der Hochschwarzwald in einer Vielzahl von Nuancen. Es gibt dort wie in fast keiner Ecke Deutschlands vom Tourismus abseits liegende romantische Flecken und auch das Gegenteil ist geboten, spektakuläre aber auch stark besuchte Landschaftsbilder. Bei unseren letzten Wandertagen erlebten wir genau diese recht reizvolle Kulturlandschaft rund um Hinterzarten. Ein weiterer Grund für dieses Wanderziel war die im Schwarzwald angebotene Konus-Karte, die es erlaubt ohne Auto mobil zu sein. Für unsere Wanderungen, die sich immerhin in einem Gebiet von rund 100 Kilometer Durchmesser bewegten, konnte vollständig auf das Auto verzichtet werden. Die hierzu erforderlichen – manchmal nicht einfachen Planungen - hatten unsere Wanderführer „voll im Griff“.

Wandergruppe am Bahnhof Staufen
Die Wandergruppe am Bahnhof Hinterzarten

Bereits der erste Wandertag brachte Einblicke in eine faszinierende Schwarzwaldlandschaft, obwohl die Wanderung recht einfach war. Bei leider regnerischem Wetter wanderten wir dem Schluchsee entlang. Erstaunen erregte die Tatsache, dass der ursprüngliche Gletschersee bevor seiner der Elektrizitätsgewinnung dienenden Aufstauung rund 30 Meter unter dem jetzigen Seespiegel lag. Vorbei an einigen Schautafeln, auf denen sehr verständlich die komplizierte Technik der Stromgewinnung über ein ausgeklügeltes System zur Nutzung der Wasserkraft dargestellt war, erreichten wir nach einer hübschen Rast bei einem uralten Bauernhof den Bahnhof von Aha und somit das Ende des ersten Wandertages.

Am nächsten Tag war eigentlich eine sehr romantische Wanderung rund das Fauststädtchen Staufen im Breisgau geplant. Leider spielte der Wettergott nicht mit, so dass wir „nur“ eine abgekürzte Stadtwanderung unternehmen konnten. Vorbei an der aus dem 12.Jahrhundert stammenden Burg konnten wir den sehr interessanten Marktplatz mit seinen typischen Hinterhöfen bewundern. Aber die spannendsten Einblicke in die Stadtgeschichte vermittelte die Tatsache, dass der aus Goethes Faust bekannte Alchimist vermutlich in Staufen sein Leben ausgehaucht hat. Man nimmt an, dass der Burgherr Anton von Staufen Faust als Goldmacher angestellt hatte. 1539 kam Faust in seinem Zimmer im Gasthaus Löwen auf spektakuläre Weise -vermutlich bei einer chemischen Explosion- ums Leben. Der Nachmittag gehörte ganz der Weinproduktion. Bei einer Führung durch das Weingut Wiesler, das übrigens auch heute noch Spuren in Malsch besitzt, wurden wir in die Geheimnisse der Weinproduktion eingeweiht, die wir später bei einer ausgiebigen Weinprobe vertieften.

Besuch beim Weingut Wiesler
Besuch beim Weingut Wiesler 

Am nächsten Tag konnten wir bei herrlichem Wetter unsere Tour über den Feldberg begehen. Grandios war der Ausblick vom Seebuck, der von den näheren Bergen bis hin zu den Gipfeln der Alpen reichte. Unsere Tour führte hinab zum Feldsee, einem von zahlreichen Karseen im Schwarzwald, die ihren Ursprung in der Eiszeit haben. Dort hatten wir eine ausgedehnte Rast im Raimartihof – einem uralten bewirtschafteten Bauernhof - bevor wir wieder die Höhe beim Feldbergerhof erreichten und damit das Ende dieses Wandertages, der einen mit Worten nur schwer zu beschreibenden naturkundlichen Eindruck hinterließ.

Wandergruppe auf dem Seebuck
Wandergruppe auf dem Seebuck

Am nächsten Tag hieß es schon wieder Abschied nehmen; allerdings stand noch eine Besichtigung des ehemaligen Klosters St. Peter auf dem Programm. Durch eine kompetente Führung wurde uns das Klosterleben auf den Höhen des Schwarzwalds vermittelt. Die Höhen und Tiefen eines bewegten Klosters, das Reichtum und auch Armut in seiner Geschichte zu verzeichnen hatte. Das 1093 von den Zähringern gegründet und als Grablege dienende Kloster hatte seine letzte Blütezeit im 18. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt auch die weit über unsere Region hinaus bekannte barocke Klosterbibliothek. Unbeschreiblich waren die Eindrücke der in den Deckengemälden verankerten philosophischen Gedanken, die uns unser Führer anschaulich erklärte. Nach einem gemeinsamen Mittagessen traten wir wieder die Heimreise an.

Hennhöfer

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