Über Korsika zum Kaiserdom

 

Zugegeben das Motto unserer Wanderung war schon etwas eigentümlich; verbindet man doch mit Korsika den Namen Napoleon und somit auch badische Landesgeschichte. Auf eine Frage, was denn Philippsburg, der Ausgangspunkt  unserer Wanderung mit Bruchsal und Speyer gemeinsam hat, fiel dann auch der Name des bekannten Korsen. Doch damit hatte unsere Wanderung nichts gemein.

Altrheinarm

Die Anreise nach Philippsburg erfolgte mit der Eisenbahn. Wollten wir doch von dort eine mittlere Wanderung von ca. 23 Kilometer Länge durch die Rheinauen nach Speyer durchführen. Bei einem kurzen Stadtrundgang durch Philippsburg wurde die oben gestellte Frage gelöst, handelte es sich doch um Städte der Speyerer Bischöfe, die in Philippsburg ihr erstes Schloss bauten, von dem heute leider infolge der Zerstörungen der Stadt nichts mehr vorhanden ist. Die Fürstbischöfe bauten Philippsburg zur strategisch wichtigen Festung aus. Udenheim, wie Philippsburg früher hieß, wäre es wert, einmal bei einer historischen „Stadtwanderung“ mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Auf dem Weg nach Korsika

Wir wanderten auf dem Rheinauenweg weiter. Teilweise auf oder neben dem Rheindamm, vorbei am Rheinschöpfwerk zur landschaftlich sehr reizvollen Rheininsel namens „Korsika“. Bei der Insel hat uns der bekannte Korse dann doch eingeholt, der Name der Insel soll sich tatsächlich von ihm ableiten, da er während der Befreiungskriege einmal sein Lager hier aufgeschlagen hatte. Diese Behauptung ist jedoch sehr zweifelhaft. Die Insel ist über eine Brücke trockenen Fußes erreichbar, so dass wir die ca. 20 Hektar große Insel erkunden konnten. Infolge des vor kurzem gewesenem Hochwasser waren noch überall Spuren von Süßwassermuscheln sichtbar. Die Insel gehört zum Naturschutzgebiet Rheinniederung und wird teilweise noch landwirtschaftlich bewirtschaftet.

Rast am Rhein

Unseren Weg setzten wir durch die Rheinauen bis nach Rheinhausen an den Rhein fort. Über Altlußheim erreichten wir schließlich die Rheinbrücke nach Speyer. Schon von weitem grüßte uns der Dom. Und ein besonderes Erlebnis war es auch zu Fuß über den Rhein die alt ehrwürdige Stadt zu erklimmen. Nach der langen Wanderung durften wir uns in einem Gasthaus von den Strapazen erholen, bevor ein kleiner Stadtrundgang auf dem Programm stand.

Kaiserdom

Das bereits im 7. Jahrhundert als Bischofssitz erwähnte Speyer war in seiner Eigenschaft als freie Reichsstadt von 1294 bis 1797 über 50 Mal Tagungsort der kaiserlichen Ständevertretung. 1529 erklärten hier die evangelischen Reichstände ihren Protest gegen Beschlüsse der katholischen Mehrheit, was Ihnen den Namen Protestanten einbrachte. Natürlich wurde der 1030 unter Konrad II. begonnene Kaiserdom besucht, der bereits bei seiner Weihe1061 das größte Gotteshaus des christlichen Abendlandes war. Das bedeutende Zeugnis romanischer Baukunst besitzt auch eine der schönsten Unterkirchen Deutschlands. In der sogenannten Krypta fanden acht deutsche Kaiser aus dem Geschlecht der Salier ihre letzte Ruhestätte. Neben dem Kaiserdom wurde natürlich auch die Dreifaltigkeitskirche ein Zeugnis barocker Bauweise bestaunt. Sie ist die älteste der fünf protestantischen Kirchen in Speyer. Außerdem statteten wir dem Altpörtel, einem Überbleibsel der ehemaligen Stadtbefestigung mit Bauteilen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, einen Besuch ab. Leider mussten wir danach den Heimweg antreten, so dass die weiteren Sehenswürdigkeiten, unter denen vor allem die Mikwe zu nennen ist, nicht mehr besucht werden konnten.

Dreifaltigkeitskirche in Speyer

Unsere Veranstaltungen richten sich nicht nur an Vereinsmitglieder, Gäste sind jederzeit willkommen.

henh

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